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Schei***!! Laut klingt es über den Fjord, als nach ein paar Sekunden der Wahnsinnsdrill zu Ende
ist und das Gemeine ist, dies ist heute nicht zum ersten Mal passiert ... tolle Seelachse warten in 60
Meter Wassertiefe die wir auch sehr gut fangen, nur eben die Jungs auf dem anderen Boot nicht.
Als wir es nicht mehr aushalten fahren wir rüber und drücken den Jungs eine unserer schweren
Spinnruten in die Hand nur mit dem Hinweis: Hände weg von der Bremse!
Danke, Pilker ablassen, Schnur bleibt stehen, Anhieb und ungläubige Blicke .... bitte, nur festhalten,
nicht an der Bremse spielen!! Dieser Fisch nimmt gut und gerne erst einmal 100 Meter Schnur bis
er stehen bleibt, dies muß also kurz vor Grund sein und es gab keine Chance ihn zu halten bevor er
nicht selbst abstoppt ... also: Laufen lassen! Dann langsam hochpumpen, doch nach ein paar Metern
geht es wieder ab: 30, 40 Meter Schnur werden wieder von der Rolle gerissen. Wieder pumpen und
etwas mehr Schnur kann gewonnen werden, doch irgendwann überlegt es sich der Gegner wieder
und verschwindet zum Meeresgrund ... das Pumpen beginnt von vorn. Nach mehreren Minuten
Kampf hat der Kollege dann seinen Traumfisch in den Armen. Ein Seelachs von knapp 12kg.
Als er wieder zur Ruhe kommt und wir später zusammen sitzen diskutieren wir unsere
unterschiedlichen Erfolge an diesem Tag. Der Angelkollege fischt immer mit einer zu 80-90%
geschlossenen Bremse, die wirklich nur dann Schnur freigibt, wenn die Montage kurz vor dem
Ende ist, seine Vorfächer und Pilker werden direkt an die geflochtene Hauptschnur gebunden.
Wir dagegen fischen meistens mit einer sehr weich eingestellten Bremse, die dem Fisch Fluchten
ermöglicht und nur dazu da ist ihn müde zu machen. Dazu kommt: Geht es gezielt auf Seelachs
oder Pollack nutzen wir monofile Schnüre, zumindest schalten wir dann 2-4 Meter monofile
Schnur als Dämpfer vor die geflochtene Schnur. Durch die Dehnung der Schnur entsteht ein Puffer
der die Gefahr des Ausschlitzens so rasant flüchtender Fische deutlich mindert. Auch wenn es auf
Meerforelle und Lachs geht verzichten wir nicht mehr auf diesen Puffer der uns so manchen guten
Fisch beschert hat. Spätestens wenn ein etwas kräftigerer Heilbutt einsteigt ist jeder dankbar, der die
Bremse so eingestellt hat, dass der Fisch Schnur nehmen kann. Ist die Bremse geschlossen und
donnert der Heilbutt so richtig los, gehen die meisten Fische durch Schnur- und sogar Rutenbruch
verloren. Bei knapp gehackten Fischen kann es auch sein dass der Haken bei zu hoher Belastung
auch einfach ausreisst und den Fisch verletzt – mit Puffer und weicher Bremse besteht zumindest
die Chance ihn ins Boot zu bekommen.
Und auch beim schweren Naturköderangeln auf Leng & Co. Verzichten wir nicht mehr auf ein
monofiles Vorfach und eine weich eingestellte Bremse – so läuft der Fisch erst in die Rutenspitze,
dann in die Bremse und harte Schläge und „Kopfnicken“ werden dann von der Pufferschnur
abgefangen.
Als „Material“ eignen sich Rollen – egal ob Stationärrolle oder Multi – die sanft Schnur frei geben
– ruckartige Schurfreigabe hilft uns auch nicht weiter – und Ruten die eine halbwegs sensible Spitze
haben. Dabei sollte gelten: Je härter die Rute, desto weicher die Bremseinstellung!
Für das Seelachsfischen setzen wir auf große Stationärrollen wie die „Shimano Biomaster“ die bei
uns seit Jahren ihren Dienst tut oder die „Big Boss“ von Cormoran die wir nun schon ein Jahr lang
getestet haben. Bespult sind die Rollen mit 35iger monofiler Schnur oder dünner geflochtener
Schnur (.14-.18) der dann eine mind. 2-4 Meter lange Schlagschnur vorgeschaltet wird. Unsere
Ruten sind stabile Spinnruten oder leichte Pilkruten mit sensibler Spitze wie z.B. die Sänger Kyoto
Pilk mit 50-200 gr Wurfgewicht oder auch die ABU Souverän in 12lbs.
Autor: Christian Kairies, Knurris-Angeltouren, www.knurri.de
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