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Die Heilbutt vom Velfjord PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
Dienstag, 19. Juni 2007
thumb_heilbutt_32kgReisebericht von der ersten "Bigtackle Tour" nach Norwegen. Es ging an den Velfjord in Nordland und es wurde jede Menge Fisch gefangen insbesondere auch fette Heilbutt -  doch lest selbst!

Zitat Holger Jensen von Bigtackle:

"So da isser, der Bericht von unserer ersten Bigtackle Tour: Nach 22 Stunden "Regen-Rock´n Roll-Dauerfahrt" via Rostock-Gedser, DK und Schweden haben wir irgendwo bei Namsos einen Zwischenstopp eingelegt, da wir den nächsten Morgen noch nutzen wollten bei Lidl Norwegen unsere Vorräte mit Hopfenkaltschale, Brot, Butter etc aufzufüllen.  Genauer gesagt schliefen wir an einem Lachsfluß, dem Namsen und konnten dort drei gerade gefangene Lachse (4, 7 & 11 kg) bewundern. Der Campbesitzer gab uns dann noch einen Tip, eine andere Strecke nach Hommelstoy als die von uns bevorzugte einzuschlagen.

Naja, ein zwei Whisky zur Blutverdünnung in den Schacht und ab in die Falle.

Nächsten Morgen gings dann kurz nach Namsos zum Lidl. Ich mache grundsätzlich keine Preisvergleiche zwischen Deutschland und Norge, wenn ich vor Ort bin, sondern schaue mir einfach an was ich für mein Geld bekomme. Und das war ganz schön viel. Durch ein paar nachträgliche Einkäufe bei Rema1000 kann ich aber keinen preislichen Unterschied zwischen den beiden Discountern feststellen, ich finde Rema1000 aber von den Produkten einfach symphatischer. Wir hatten uns bewußt gegen die Mitnahme größerer Biermengen und vieler Lebensmittel entschieden, da bei beiden oben genannten Discountern das Preis/Verhältnis stimmt und es mehrere Biersorten gibt, die als 0,33 l Version ca 1 Euro kosten. Erstaunlich ist das der Grundpreis pro Liter in der 0,33 Version weitaus günstiger war als die der 0,5 l Version. Dann gings ab nach Hommelstö.

Was ich noch zu erwähnen vergaß ist, das wir durch ganz Schweden von nicht einem Elch "belästigt" wurden. Kurz hinter der nicht gefühlten Grenze nach Norge lief uns der erste über den Weg und zwischen Namsos und Hommelstoy hätte sogar Stevie Wonder einen Elch gesehen.

Kurz mit Siggi, dem Campbetreiber, abgeklatscht, der uns erst am Tag darauf erwartet hatte, uns dann aber "Eins, Zwei Fix" unsere Riesenfewo (großes WZ, jeder ein Einzelzimmer mit WC, große Küche und 4 Duschen) klargemacht hat. Danach wurde erst einmal mal das Camp begutachtet und einhellig festgestellt, daß es sich der Ausstattung, Sauberkeit und Lage nach es sich um ein "Fünf Sterne Camp" handelt. Wir packten dann in Ruhe unsere Klamotten aus, schließlich waren wir 14 Tage vor Ort und da ist Stress machen absolut fehl am Platze. Am ersten Tag ging es dann noch abends für ein paar Stündchen raus - mal kurz auf den Heggfjord um Dorsche und Köhler zu ärgern. Das richtige Programm sollte dann am Samstagmorgen starten. Wir hatten uns für diesen Urlaub vier Zielfischarten vorgenommen, die gezielt beangelt werden sollten. Meerforelle, Rotbarsch, Katfisch und HEILBUTT.

Bis auf ein paar Mefos, mittelgroßen Dorschen und Plattfischen gab es keine besonderes erwähnenswerten Fänge  in der ersten Woche ... Zu Beginn fuhren wir immer mit drei Booten gemeinsam raus, da eigentlich auch ein Film für Bigtackle entstehen sollte. Aufgrund von Dauerregen, mit immer wieder "erfrischenden" Hagelschauern und Wind war das Filmen jedoch unmöglich. So wurde beschlossen, daß wir uns trennen und  jedes Boot an einer anderen Ecke sein Glück versucht und wir die hoffentlich dann entdeckten Hotspots wieder gemeinsam zu beangeln.

Wir ackerten uns in der ersten Woche wirklich den Hintern für Fische ab, die wir auch auf der Ostsee fangen könnten. Nachdem wir uns aber unsere Fangplätze erschlossen hatten gings es dann auf unsere Zielfische Rotbarsch, Katfisch und Mefo. Letztere sind in der Ecke, wenn man weiß wie es geht, in dieser Jahreszeit ganz gut zu fangen. Allerdings sind die wirklich "Guten" ab 4 Pfund auch nicht so dicht gesäht. Der Zahn "Projekt Heilbutt" wurde uns vor Ort von Siggi und einigen Stammgästen sofort gezogen: Zufallsfang beim Pilken, hier gibts keine, das ist verschenkte Angelzeit, waren Aussagen die uns diesbezüglich eigentlich entmutigten. Trotzdem wurden von uns alle Plateaus, langsam abfallenden Kanten und Rinnen systemathisch abgeklopft. Anfangs ohne Erfolg.

Mit den Tagen kamen große Futterfischschwärme in den Fjord und wir fingen große Dorsche bis 25 Pfd, die auf jeden Fall ein paar Wochen später ein Drittel mehr wiegen, da sie vom Laichgeschäft noch völlig abgemagert waren. Beim Rotbarschangeln (mind 250 m tief, sonst lief gar nix) wurden als Beifang mehrere große Lumb bis 22 Pfund gefangen. Katfisch wurde vorwiegend an den reichlich vorkommenden Muschelfarmen verhaftet.

Der Seewolfklopfer von "Meister Dapoz" machte seinem Namen alle Ehre. Irgendwie war es aber nicht das, was wir uns vorgestellt hatten, da unser Projekt "Kveite" eher ein Projekt "Kveitepleite" zu sein schien. Wir fuhren  Alle auf halber Kraft und hatten uns schon dem Schicksal ergeben. Nicht Ulf und David. Diese Beiden zogen stur ihr Ding durch. In einer bierseeligen Runde nach einem langen Angeltag meinte Ulf zu David: "Dein Käpt´n bringt dich zu Deinem Butt und Du wirst von diesem Urlaub noch lange träumen!"

Nach einer Woche ohne Heilbutt eine sehr großspurige Ansage!

Die Nacht vom Sonnabend zum Sonntag riss uns dann alle aus unserer Lethargie. Knurri und Christian von Knurris Angeltouren kamen auf der Durchreise bei uns vorbei und wir hatten uns am frühen Abend - also gegen  0 Uhr -  zum Grillen verabredet. Ende Mai ist es um diese Tageszeit noch taghell und so waren alle Jungs auch pünktlich am Grill ... Außer David und Ulf. Wo bleiben sie? Ein Teil von uns machte sich schon etwas Sorgen. Ich sagte darauf nur zu Knurri: " Das Projekt Heilbutt wurde gerade gestartet" Und ich sollte Recht behalten.

Der Großteil war dann schon bestens abgeschmiert im Bett, als Ulf und David reinkamen. Das ganze Procedre jetzt wieder zu geben, wär zu lang, jedenfalls kam eine 1,31 m und 32 kg und eine 9 kg Kveite, gefangen von unserem Sturkopf Ulf, auf den Steg. Beide wurden auf Giant Jigheads gefangen. Der Kleinere auf 70 m Wassertiefe und mit einem 300 g Giant Jighead, der Große auf einen kleinen 80g Giant Jighead in nur 12 m Wassertiefe. Das war der absolute Hammer, die Jungs hatten es geschafft!  Und dann gleich mit einem "Doppelschlag".

Die Schläfer wurden noch einmal geweckt und für diese Neuigkeiten standen sie auch gern noch einmal auf. Wir waren wieder da! Von nun an fuhren wir nur noch nachts raus, da der Wind in den Nachtstunden doch merklich abnahm und es ja sowieso hell war. Das Abendessen gab es dann halt morgens um sechs Uhr. Die nächsten zwei Tage bzw. Nächte ging es dann auf zwei, drei verschiedene Plateaus. Wir schleppten mit tieflaufenden Wobblern und jeder von uns konnte seine Kveite auf die Planken legen.

David legte dann noch eine "gut metrige" Kveite mit 12,5 kg nach. Interessant war: Die Fische wurden alle über 6 bis 20 Meter tiefem Wasser,  bei stehendem Höchstwasser gefangen. Viele Bisse und eine Menge Aussteiger noch beim schleppen und jiggen, aber nach 2 Stunden wenn das Wasser ablief war der Spuk dann wieder vorbei. Insgesamt wurden 8 Heilbutt in Gewichten von 4,5 kg  bis - zu den schon oben erwähnten - 32 kg gefangen.

Die Mär vom nicht gezielt beangelbaren bösen Butt im Velfjord gehörte damit ins Reich der Fabeln!

Beste Wobbler waren die Frenzy Mungos Deep in 14 cm (Red Head und Firetiger - Bis dahin hasste ich diese Farben) und Nils Master Deep Diver in Blue Silver. Weitaus mehr Bisse bekamen wir auf Wobbler mit rotem Bauch, weshalb wir dann natürlich die Köder alle mit den Spike-It Markern getunt haben.

Bei den Giant Jigheads war der Rot-Fluofarbene die totale Nullnummer, der Orange-Gelbe hatte noch wenigstens ein paar Attacken. Der Rot-Schwarze jedoch war die absolute Bank. Die beste Paarung war "Deutschlandfarben", also mit schwarz-gelben oder goldenem Gummi. Nicht nur bei den Heilbutt, sondern auch bei Dorsch (bis 35 Pfund), Pollacks (bis 18 Pfd) und Köhler (bis 24 Pfd). Wir konnten dann wegen zu starkem  Wind gerade einmal zwei Tage die Hotspots beangeln, danach war es nicht möglich gefahrlos dorthin zu gelangen. Am letzten Tag habe ich noch einen wahren "Meerforellenpuff" entdeckt. Beim Schleppen haben mein Paßmann und ich 19 Fische gefangen und noch einmal wenigstens 11 Fischen direkt am Boot verloren. Von den Bissen und Kurzzeitdrills möchten wir hier gar nicht zu reden. Und das alles in einer kleinen Bucht mit nur 2,5 km Uferlänge. Beste Köder hier waren der Grizzly Inline Wobbler in Blau Silber am Slide Diver auf 2 m und der Möre Silda 30 g Kupfer Rot - Freeline geschleppt 40 m hinter dem Boot.

Faszinierend war, das die meisten Fische, vor allem die großen Fische,  auf Tiefen zwischen 4,5 Meter bis 40 Meter gefangen wurden. Teilweise war das Angeln über dieser Angeltiefe mehr als sinnlos, da nur Kleinfisch oder gar kein Fisch gefangen wurde.

Insgesamt war es für uns ein absolut erfolgreicher Urlaub, alle in Deutschland gesteckten Ziele konnten übererfüllt werden und wir unsere Zielfische zum  Schluss fast auf Ansage fangen. Es gab reichlich Heilas, Rotbarsch, Katfisch und Mefos, so daß Jeder von uns eine gut gefüllte Fischkiste mit diesen vier Fischarten mit nach Hause nehmen konnte.

Den bitteren Beigeschmack beim Blick in die Kisten einiger, weniger anderer Angler möchte ich nicht verheimlichen. Es wurden Fische filetiert, wo meinen Jungs und mir das Herz blutete. Auf Nachfragen wurden diese Minifilets dann noch mit Kommentaren wie "die Kühlbox muß doch voll werden" garniert. Hätten wir unsere Zielfischarten und Mitnahmefische um Dorsch, Pollack und Köhler in schönen Größen ab 80 cm erweitert, wären wir in diesem Urlaub im Fisch erstickt. Bis auf ein paar schöne Fische die auf unserem Teller landeten, ließen wir Fische dieser drei Fischarten jedoch Alle wieder schwimmen. Es gab also keinen Grund auch nur einen der kleinen Fisch zu filetieren.

Für uns steht fest, daß wir nicht das letzte mal im Velfjord waren. Das nächste Jahr wird es uns dann aber erst einmal ein paar Kilometer höher ziehen. Danken möchte ich nochmal Knurri und Chrissi von Knurris Angeltouren, die uns dieses Reiseziel ans Herz gelegt haben, natürlich Ulf und David für ihren Starrsinn und ein mehr als perfektes Heilbuttscouting. Ihr habt den Namen "BIGTACKLE TEAM 1" mehr als verdient! Und natürlich Matze vom Angelshop in Beelitz der den ersten Wobbler an der richtigen Kveitestelle durchs Wasser zog."

Informationen zum Reiseziel findet sich hier: Velfjord - Das Abenteuerland der Angler
Gruppenreisen mit dem Kleinbus finden sich hier: Spezialpreisreise im September 2007
Seekarten vom Reisegebiet: Seekarte Velfjord  

Informationen zu Bigtackle als Angelgeschäft finden sich hier: www.bigtackle.de

Bilder vom Angel-Urlaub:

Dorsch vom Velfjord Steinbeisser
David mit Kveite 12,5kg Holger mit Heili
Heilbuttfänge Riesen-Scholle
Pollack 18Pfd Heilbutt 32kg
Schöner Dorsch Heilbutt 32kg
Meerforelle 4kg Rotbarsche

 

 

 

 

 

Kommentare
Angeln
Geschrieben von: Max Schuster am 2008-06-05 13:04:25
:grin :grin :grin ;) :) esist eine gute angelwebseite
Geschrieben von: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können am 2008-08-11 16:21:28
Wir sehen uns im mai 2009 und ich möchte mich von diesem Fjord selbst überzeugen. Ein sehr guter Bericht der mich richtig heiss gemacht hat auf Norge  
MfG Michael
Geschrieben von: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können am 2008-08-11 16:24:36
Ein richtig guter Bericht von dem ich heiss gemacht worden bin auf das Angeln in Norge. Wir sehen uns im Mai 2009 mit Knurri am Fjord. 
MfG Michael
Geschrieben von: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können am 2008-11-12 12:11:37
Klasse Bericht und die Steigerung eurer Fänge haben ja zu tollen Drills geführt! Hoffe wir werden im Mai 2009 bei der AB-Memberreise auch das Gklück haben.


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Letzte Aktualisierung ( Freitag, 6. Juli 2007 )
 
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