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Gezielt auf Großdorsch in der Ostsee? PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
Dienstag, 29. August 2006

 

Großdorsch

 

Dorsch 17,5kg von Rolf Abrahamsen
gefangen in Andorja

Eines machte mich stutzig – sprach ich mit Angelkollegen über die Dorschfänge in Norwegen kam immer von jemandem der Einwurf, daß der größte Dorsch aber zu Hause – in der Ostsee - gefangen wurde. Dabei ging es aber nicht um Fische die vor 100 Jahren gefangen wurden, sondern immer um die letzten Jahre.

Ist also nicht nur Nordnorwegen das Großdorschmekka?

Definition Dorsch/Großdorsch

s2300182 Wenn wir vom Dorsch sprechen, meinen wir landläufig den Kabeljau (Gadus morhua) den wichtigsten Vertreter der „Dorschartigen“.  Bis in die 70iger Jahre des letzten Jahrhunderts war der Kabeljau einer der am weitesten verbreiteten Fischarten der Welt. Mittlerweile haben aber weltweit die Bestände unter der Überfischung gelitten und so gibt es Gebiete wie z.B. in der Nordsee, wo der Fortbestand des Kabeljaus bedroht ist.  Zusätzlich zur Überfischung ist der Anstieg der durchschnittlichen Wassertemperatur mit dafür verantwortlich, daß sich das Verbreitungsgebiet des Dorsches weiter in den Norden verschiebt.  Noch aber gehört auch die Ostsee mit zum Verbreitungsgebiet des Dorsches.

Laut fishbase.org ist der längste dokumentierte Dorsch 200cm lang, der schwerste gefangene Dorsch 96kg schwer und der älteste Dorsch 25 Jahre alt. (vgl. http://www.fishbase.org/Summary/SpeciesSummary.php?id=69) – so etwas fangen wir in der Ostsee zwar nicht, ist aber für den Vergleich mit den durchschnittlichen Größen, Längen und Gewichten ganz hilfreich.

Die Durchschnittsgröße des Dorsches in der Ostsee liegt nach unseren Erfahrungen bei 60-80cm, bei einem mittleren Gewicht von ca. 2kg. Die Rekordfische muß man dann aber schon suchen. In der Liste der Fisch&Fang führt ein Dorsch mit 28,9kg gefangen im Jahr 2005,  Anfang 2004 ging auf dem Angelkutter „MS Forelle“ ein Dorsch mit 28,8kg an den Pilker und der Rekord in der Fisch-Hitparade liegt bei 27,5kg.  Und da wir gerade beim Thema sind, der Rekordfisch in Norwegen im Jahr 1998 brachte  40,5 kg auf die Waage und wurde im Jökelfjord in Nord-Norwegen gefangen.

Wie groß, schwer oder lang ist nun also ein Großdorsch?

Einigen wir uns auf eine Länge von 100cm und ein Gewicht von größer 10kg.

meschendorf_009_editedWie ist die Fangstatistik?

Leider erfährt man aus den Statistiken der verschiedenen Zeitschriften nicht immer alles Wissenswerte und bemühen  wir aus diesem Grund wieder die Fangstatistik der Fisch-Hitparade. 

Die zentralen Fragen sind immer wieder:
Wo wurden die Fische gefangen?
Wann wurden die Fische gefangen?
Wie wurden die Fische gefangen?

Wo wurden die Fische gefangen?

Schauen wir uns die ersten 15 Einträge der Fischhitparade einmal nach den Fangplätzen an:gaeste_knurri

PLZ18 Ostsee bei Kühlungsborn

PLZ23 Ostsee bei Burg auf Fehmarn

PLZ23 Ostsee bei Fehmarn

PLZ24 Ostsee bei Heikendorf

PLZ23 Ostsee bei Fehmarn

PLZ23 Ostsee bei Heiligenhafen

PLZ23 Ostsee

DK - Gelbes Riff bei Hanstholm

PLZ23 Ostsee

PLZ23 Ostsee bei Burgstaaken

N - Atlantik, Hitra, Kvaenvaer

PLZ23 Ostsee bei Fehmarn

PLZ23 Ostsee bei Fehmarn

PLZ23 Ostsee bei Heiligenhafen

PLZ23 Ostsee

2006_0421bild0009 Hier wird folgendes deutlich: Die Ostsee um Fehmarn herum beherbergt viele große Fische – der Größte wurde allerdings vor Kühlungsborn gefangen. Die beiden Einträge vom „Gelben Riff“ und aus Hitra übergehen wir an dieser Stelle. Viele Angler die oft in Dänemark fischen wissen auch die Insel Langeland zu schätzen, vor deren Küsten oft große Dorsche gefangen werden – ebenso rund um die Insel Bornholm in Schweden. 

Fazit: Die westliche Ostsee ist am produktivsten – viele erfahrene Angler werden jetzt schmunzeln und denken: „… hab ich doch schon immer gesagt …“ – trotzdem war es mir wichtig dies hier darzustellen.

Wann wurden die Fische gefangen?

Die zweite wichtige Frage war, wann wurden diese Riesen gefangen, denn Dorsche fängt man das ganze Jahr über, aber auch diese Riesen?

Wieder die ersten 15 Einträge der Fischhitparade:

2005 / 02

2005 / 02

2006 / 02

2004 / 02

2006 / 02

2005 / 02

2004 / 05

2005 / 06

2003 / 02

2005 / 02

2006 / 06

2005 / 02

2006 / 02

2005 / 02

2004 / 04

Elf der Fische wurden im Februar gefangen, keiner im März,  je einer im April und Mai und zwei Fische im Juni.  Das heißt der kalte Februar ist der Topmonat für Großdorsch.

Auch wenn man alle Fische in der Statistik betrachtet ist der Februar der Topmonat: 

Fangmonat

Anzahl Fänge (%)

Februar

16 (43,24 %)

April

5 (13,51 %)

Mai

4 (10,81 %)

Juni

3 (8,11 %)

Juli

3 (8,11 %)

März

2 (5,41 %)

August

2 (5,41 %)

November

2 (5,41 %)

 

Warum nun der Februar? Im Februar steht der Hering bereits weit draußen vor der Küste und wartet, daß es warm genug wird um sich dem Laichgeschäft zuzuwenden, dies ist die Stunde der großen Dorsche, die sich unterhalb dieser Schwärme den Magen vollschlagen. Dies ist das gleiche Phänomen wie die Herings-, Seelachs- oder Makrelenschwäre in Norwegen unter denen sich ebenso viele dicke Dorsche hervorholen lassen.

Mit welchem Köder wurden die Fische gefangen?

Die Frage nach dem Topköder ist sehr schnell beantwortet – an welchen Köder denken Sie wenn Sie ans Dorschangeln denken? Richtig, der Pilker – etwas mehr als 81% aller gefangenen Dorsche gehen auf das Konto dieses Köders,  erst weit abgeschlagen finden sich Blinker, Gummifisch und Wobbler.

Meiner persönlichen Erfahrung nach sind große Gummifische, Jiggs und Wobbler in dieser Statistik deutlich zu wenig präsent – aber wahrscheinlich angeln halt 90% der Angler mit dem Pilker, so daß er hier ebenso stark dominiert.

Fazit:

Fassen wir einmal zusammen: Wenn Sie einen der Großdorsche der Ostsee fangen möchten, sollten Sie nach Booten und Kuttern Ausschau halten, die in der westlichen Ostsee – auf der Karte links von Rostock – zu Hause sind und mit Ihnen im Februar hinaus fahren und dabei Pilker mit sich führen, dann ist die Chance auf einen wirklich großen Dorsch gar nicht mal so schlecht. Sicherlich sind die Fische nicht so häufig vertreten wie in Nordnorwegen, aber sie sind da und einen Riesenvorteil hat die Ostseeangelei auch noch: Es gibt kein Ausfuhrlimit – so können Sie den gefangenen Dorsch auch ohne schlechtes Gewissen verwerten oder ihm das Leben schenken – ganz wie es Ihnen gefällt. Was mich persönlich wundert, ist dass der Oktober und November - mein persönlicher Favorit - im Fall des Oktober gar nicht und im Fall des November so schlecht vertreten sind ... 

Über eure Kommentare und Hinweise würde ich mich freuen!

Quelle der Fangstatistik: Fisch-Hitparade

Kommentare
Geschrieben von: Gerd am 2006-09-02 08:58:14
Deine Statistik ist ganz interessant, aber auch mich wundert, dass Oktober und November so schwach vertreten sind. Ich habe im Bovember bisher meine besten Fische gefangen ... zwar keine Großdorsche aber stramme 90iger. 
 
Gerd
cool
Geschrieben von: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können am 2008-04-19 13:47:06
I'm agree with you.


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